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18.11.2019 00:00 Alter: 20 days

Stadtrat beschäftigt sich mit neuem Siedlungsgebiet im Füssener Norden

Erste Schritte sollen in Dezembersitzung auf den Weg gebracht werden.

Im Füssener Norden soll ein Stadtteil mit einer gemischten Nutzung von Wohnen und Gewerbe entstehen. Darüber haben sich die Stadträte am Samstag auf einer Klausursitzung verständigt. Die Öffentlichkeit soll frühzeitig und umfassend in den Planungsprozess eingebunden werden. Erste Schritte für die Stadtteil-Entwicklung wollen die Räte bereits in der Dezember-Sitzung des Stadtrats auf den Weg bringen. Ziel ist, dass die ersten Bagger in drei bis fünf Jahren rollen.

Wenngleich die Stadt das Vorhaben rasch anpacken will, plädierten die Stadträte dafür, bei dem Projekt keine Schnellschüsse zu machen; vielmehr solle die Entwicklung des Stadtteils gründlich vorbereitet werden. Um möglichst schnell einen Planungswettbewerb zur Entwicklung des neuen Stadtteils ausloben zu können, sollen deshalb zunächst mehrere Fragen in Voruntersuchungen ge-klärt werden, etwa welche Wohnformen gewollt sind, welcher Wohnbedarf besteht und welche Art von Gewerbeansiedlung Sinn macht. Dass sich eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe grund-sätzlich anbietet, ergebe sich aus den vorhandenen Verkehrsachsen der B 16 und B 310. Zu klären ist auch, ob wegen des neuen Stadtteils die Infrastruktur ausgebaut werden müsse, etwa durch den Bau von Kinderbetreuungseinrichtungen oder Schulen. Darüber hinaus sind Verkehrsuntersuchungen, eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine immissionsschutzfachliche Untersuchung nötig, um die nötigen Vorgaben für den Planungswettbewerb treffen zu können. Die Öffentlichkeit soll in Form eines moderierten Bürgerbeteiligungsprozesses eingebunden werden.

Begleitet wurde der Stadtrat bei der Klausursitzung vom Architekturforum Allgäu. Der Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins, Franz Schröck, sagte, dass der angedachte Planungswettbewerb „wichtig und richtig“ sei, da die Stadt dadurch nicht die „erstbeste, sondern die beste Lösung“ erhalte. Ein solcher Wettbewerb könne aber nur so gut sein, wie die Vorarbeit der Stadt ist. Schröck appellierte an die Stadträte, das Projekt rasch anzuschieben, da ohnehin drei bis fünf Jahre ins Land gingen, bis das erste Bauvorhaben entstehen könne.

Schröck und dessen Kollege Ralf Bauer stellten auf der Klausursitzung darüber hinaus das Credo des Vereins vor: „Baukultur ist gestaltete Umwelt, die jeden angeht.“ Und so möchte der Verein mit-helfen, einen kritischen Umgang mit dem Niveau der gebauten Umwelt zu gewährleisten. Dass die Stadt Füssen das Architekturforum Allgäu bei der Siedlungsentwicklung Füssener Norden einbindet, freute Schröck und Bauer. Es sei bei weitem nicht selbstverständlich, dass sich eine Kommune diesem Thema in dieser Form annehme.