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Die Wolf-Laute im Museum der Stadt Füssen

Erfolg für das Museum der Stadt Füssen:

Wolf-Laute unter die „100 Heimatschätze“ in München gewählt


München/Füssen. Es ist mit Abstand das älteste Instrument im Besitz des Museums der Stadt Füssen. Und es erzählt eine spannende Geschichte: die Wolf-Laute. Vor kurzem haben das Heimat- und das Kunstministerium das Instrument aus der Mitte des 16. Jahrhunderts unter die „100 Heimatschätze“ Bayerns gewählt. Das gab das Museum der Stadt Füssen in einer Pressemitteilung bekannt. Über 1300 bayerische nichtstaatliche Museen konnten sich an dem Wettbewerb beteiligen, den die beiden Ministerien gemeinsam mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen sowie dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege ausgeschrieben hatten. Am Freitag, den 13. Juli 2018 prämierten Finanzminister Albert Füracker sowie Kunstministerin Prof. Dr. med. Marion Kiechle in der Residenz in München die ausgewählten Objekte.

Die Wolf-Laute trägt in ihrer Muschel einen Zettel mit der Aufschrift „Wolfgang zue Fießen“. Dieser Wolfgang stammt aus einer alten Lautenmacherfamilie. Der erste Beleg für einen seiner Vorfahren ist der Erwerb des Füssener Bürgerrechts durch den Lautenmacher Jorig Wolf. Das war 1493. Und hier wird es spannend: Denn die Jahreszahl erinnert an die Entdeckung der neuen Welt und die Eroberung Granadas im Jahr zuvor, indessen Folge Araber und Juden konvertieren oder aus Spanien fliehen mussten. Dazu gehörte auch die jüdische Musikersippe Olmaliach - und diese nahm den Namen Lopez, Lupo bzw. Wolf an. „Die Abstammung Jorig Wolfs von dieser Familie ist nicht nachgewiesen, aber denkbar“, sagt Museumsleiter Dr. Anton Englert.

Dem Betrachter erzählt die Laute aber noch weitere interessante Geschichten. So zeugt sie etwa von der mehrhundertjährigen Tradition des Saiteninstrumentenbaus in der Stadt Füssen am Alpenrand. In dieser landwirtschaftlich kargen Gegend nutzten die Bürger die kostbaren, langsam wachsenden Hölzer des Bergwaldes für den Instrumentenbau. Durch die hohe Qualität ihres Handwerks und die günstige Lage
Füssens am Handelsweg zwischen Augsburg und Venedig fanden die Füssener Handwerker Käufer für ihre Instrumente in den Metropolen und Residenzen Europas.
Aufgrund ihres guten Rufs war es den Füssener Lauten- und Geigenmachern außerdem möglich, in vielen dieser Städte eigene Betriebe zu gründen. Nach dem Aussterben dieses Handwerks in Füssen zu Beginn des 19. Jahrhunderts haben sich mit dem ausgehenden 20. Jahrhundert wieder mehrere Geigenbauer angesiedelt.

Die Laute zeugt darüber hinaus von der Entwicklung der Musik in der frühen Neuzeit:
Ursprünglich gebaut als Renaissancelaute mit einer Muschel aus 15 Eibenholzspänen und einer fein gearbeiteten Rosette als Schallloch, hatte sie vermutlich einen Knickhals mit zehn oder elf Saitenpaaren, den sogenannten Chören. Der Rand der Fichtendecke ist zeittypisch mit grünem Seidenband überzogen. In der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Laute dann zu einer „French Lute“ erweitert. Mehr Saiten wurden  angebracht, ein zweiter Wirbelkasten für tiefere Tonlagen am Hals angesetzt. Dadurch sollte es dem Musiker einfacher gemacht werden, barocke Musik zu spielen. Eine Inschrift im Lautenkasten datiert diesen Umbau.

Dr. Englert freut sich, dass die Wolf-Laute unter die „100 Heimatschätze“ gewählt wurde: „Es war eine wahre Freude, die Bewerbung für dieses besonders alte und vielsagende Instrument zu schreiben. Für die Prämierung und den Zuschuß zur Museumsarbeit sind wir sehr dankbar.“

Der Wettbewerb ist mit 1000 Euro pro prämiertem Objekt dotiert. Derzeit ist ein Buch in Vorbereitung, das die „100 Heimatschätze“ beleuchtet. Es soll Ende des Jahres herauskommen.

Die Wolf-Laute ist im Museum der Stadt Füssen permanent ausgestellt.

Lechhalde 3, 87629 Füssen
Eingang durch den Klosterhof
Hier finden Sie das Museum im Opens external link in new windowStadtplan

Öffnungszeiten

1. April bis 4. November 2018
Dienstag bis Sonntag
11 bis 17 Uhr

5. Nov. 2018 bis 31. März 2019
Freitag bis Sonntag
13 bis 16 Uhr

Weihnachtsferien:
Geöffnet
Do. 27. bis So. 30. Dez. 2018
sowie Mi. 2. bis So. 6. Jan. 2019
13 bis 16 Uhr
Geschlossen
Fr. 21. bis Mi. 26. Dez.,
Silvester und Neujahr

Eindrücke aus dem Museum

Klosterrundgang im Allgäu.tv

Sarah Brightman und Vincent Niclo singen in der Klosterbibliothek

Führungen

Nach Vereinbarung (nur zu den regulären Öffnungszeiten und ab 10 Personen)
Buchung: Tel. +49 (0)8362 903146
Gebühr: 30 € zuzügl. Eintritt 4 € pro Person (max. 20 Personen)

Eintrittspreise

Erwachsene 6 €, ermäßigt 4 €
Kombikarte Museen 7 €
Familienkarte 8 €

Schulklassen haben freien Eintritt

Wir sind Partner der KönigsCard

 

Flyer

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