Das Museum der Stadt Füssen hat eine bedeutende Schenkung aus dem Nachlass des Füssener Bildhauers Alois Vogler (1934–2022) erhalten. Susanne Stocker und Andreas Vogler, der Neffe des Künstlers, übergaben dem Museum im Februar 2026 mehr als 80 Werke, darunter Skulpturen, Zeichnungen und Modelle für Arbeiten im öffentlichen Raum. Die Auswahl repräsentiert alle Schaffensphasen und wesentlichen Themenbereiche Voglers.
Der 1934 in Berghof (heute Gemeinde Halblech) geborene Alois Vogler begann seine künstlerische Laufbahn mit einer Lehre als Holzbildhauer in Füssen. Nach einer ersten Anstellung beim Traditionshaus Cappius in Starnberg und einem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München kehrte er in seine Heimat Füssen zurück. Er setzte sich insbesondere mit der menschlichen Figur und dem Porträt, sowie christlichen Motiven auseinander.
Für Füssen schuf er zahlreiche Werke, darunter 1968 die Bronzefigur des heiligen Magnus für den Stadtbrunnen und 1983 die Kreuzweggruppe am Kalvarienberg. Weitere wichtige Arbeiten sind die goldene Figur des heiligen Magnus als Drachenreiter auf der Stadtpfarrkirche St. Mang sowie die Marienfigur in der Marienkapelle der Pfarrkirche Zu den Acht Seligkeiten. Zum Spätwerk zählt u. a. die Gedenkstätte totgeborener Kinder auf dem Alten Friedhof in Füssen (2003).
Vogler erhielt öffentliche Aufträge über Füssen hinaus. Es entstanden Arbeiten für die Wieskirche bei Steingaden, für Lechbruck, Bernbeuren, Paderborn, St. Peter-Ording, Hünfeld (Fulda), Reichelshofen, Bangalore (Indien) und Njombe (Tansania). Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war Vogler als Restaurator tätig, beispielsweise für das Franziskanerkloster in Füssen und die Krippkirche.
Der Kontakt zwischen Susanne Stocker und Andreas Vogler sowie dem Museum kam 2024 zustande, im Zuge des von LEADER geförderten Projekts „Schätze aus dem Museum der Stadt Füssen“: Auf den Umzug der Sammlung in das neue Depot, das mit Unterstützung des Maßnahmenprogramms der Europäischen Union fachgerecht ausgestattet und nutzbar gemacht wurde, folgte eine gleichnamige Ausstellung. Neben den museumseigenen Werken wurde auch eine Bronzeskulptur Voglers aus dem Nachlass gezeigt. Sie machte ein Desiderat in der Sammlung sichtbar. Die Schenkung, die heute überreicht wird, schließt diese Lücke. Die Werke werden nun fachgerecht restauriert und nachhaltig gesichert.
Maximilian Eichstetter, Erster Bürgermeister der Stadt Füssen, betont: „Es ist wichtig, dass Alois Voglers Werk mit einer repräsentativen Auswahl dauerhaft in der städtischen Sammlung verankert ist. Als prägender Künstler des öffentlichen Raums ist er ein wesentlicher Teil der Stadtgeschichte und kulturellen Identität Füssens. Das neue Depot bietet ideale Rahmenbedingungen für die Schenkung. Ihrerseits unterstreicht die Schenkung den nachhaltigen Wert des Depots für unsere wachsende Sammlung. Für die großzügige Gabe danken wir herzlich.“
Susanne Stocker und Andreas Vogler heben die enge Verbundenheit des Künstlers mit seiner Heimat hervor: „Die Gegenstände aus dem Nachlass von Alois Vogler haben eine Bedeutung für die Stadt. Viele davon befassen sich mit Motiven aus dem Füssener Land, beispielsweise dem Heiligen Magnus. So stellen sie einen einzigartigen Zugang zur Stadtgeschichte dar. Es ist uns ein Anliegen, diesen Zugang einem größeren Umfeld zu ermöglichen.“ Andreas Vogler bringt es für die beiden auf den Punkt: „Alois hat’s für d’Leit g’macht, und jetzt wird’s auch für d’Leit zugänglich sein.“
Für den Sommer ist eine Ausstellung geplant. Unter dem Titel „Alois Vogler. Ein Geschenk für Füssen“ lädt sie dazu ein, seine Werke im Dialog mit zeitgenössischer Kunst zu erleben. Diese Gegenüberstellung schafft einen spannenden Bezug zwischen Vergangenheit und Gegenwart und eröffnet neue Perspektiven auf das künstlerische Schaffen.
Informationen zur Sonderausstellung
Schenkungsübergabe am 26.02.2026 (von links nach rechts): Andreas Vogler (Schenkung Vogler/Stocker), Museumsleiterin Dr. Isabelle Schwarz, Bürgermeister Maximilian Eichstetter, Susanne Stocker (Schenkung Vogler/Stocker), Rechtsanwalt Wolfgang Esser
Foto: Kulturamt der Stadt Füssen