Neuerwerbung

Barockgitarre, Jacob Stadler zugeschrieben, 1629

Seit diesem Jahr wird der Sammlungsbereich ‚Lauten und Geigen‘ um eine prunkvolle Barockgitarre aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert erweitert.

Die Gitarre wird Jacob Stadler zugeschrieben, der um 1585 in Füssen geboren wurde und zu den bedeutendsten Instrumentenbauern seiner Zeit zählt. Er ließ sich 1613 in Neapel nieder. Eine Zuschreibung an Stadler ist denkbar, allerdings nicht zwingend. Vergleichbare Instrumente aus seiner Hand befinden sich in Sammlungen in Paris, London, Marseille, Rom, Wien und Leipzig.

Das Instrument wurde von einer Barockgitarre im späten 18. Jahrhundert zu einer Chitarra Battente umgebaut. Dies ist ein Zupfinstrument aus der Familie der Gitarren, der Name bezieht sich auf die Spielweise, zupfend oder schlagend (it. battente). In einer Werkstatt in Frankreich wurde die Barockgitarre rekonstruierte und restauriert und präsentiert nun ein Beispiel der hohen Handwerkskunst der Füssener Musikinstrumentenmacher in Italien zu Beginn des 17. Jahrhunderts: Die Gitarre besitzt einen gewölbten Korpus, der aus abwechselnden Zargen aus Bein und Ebenholz besteht. Die Zargen sind, ebenso wie der Halsrücken, das Griffbrett und der Kopf, mit fein geschnittenen Intarsien verziert. Eine zeitgenössische Rosette aus Pergament wurde eingesetzt. Die Gitarre erhielt außerdem eine neue Decke nach historischer Vorlage, wodurch sie wieder spielbar ist. Das Instrument befindet sich in einem alten Instrumentenkasten aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Die Erwerbung wurde ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Sparkasse Allgäu und eine private Spende. 



PRESSEMITTEILUNG
 

Spendenübergabe der Sparkasse Allgäu im Museum der Stadt Füssen, von links nach rechts: 
Angelo Picierro, Mitglied des Vorstands der Sparkasse Allgäu, Dr. Isabelle Schwarz, Museumsleiterin, Maximilian Eichstetter, Erster Bürgermeister der Stadt Füssen
Foto: Stadt Füssen